…Tradition

Bei uns gibt’s am Gründonnerstag immer Gründonnerstagsbrezeln.
Eine Tradition aus meiner Kindheit, die wir bis heute beibehalten und mit der ganzen Familie pflegen.
Was hat eine Brezel mit dem Fasten zu tun? Aus den Überlieferungen finde ich folgende Gedanken hierzu interessant:

Das, was wir heute als Laugenbrezel kennen, war ursprünglich eine Fastenbrezel. Die geschlungenen Ärmchen der Brezel sollen Gutes festhalten und Böses bannen. Sie sind Sinnbild für eine Gebetshaltung. Vielleicht erinnert die Gründonnerstagsbrezel an das Gebet Jesu in Gethsemane oder an seine Fesseln?
Ethymologisch kommt das Wort Brezel von dem lateinischen Begriff für „Arm“ und wurde für das Gebäck mit den geschlungenen Ärmchen verwendet. Lange Zeit war die Brezel ein Gebäck, das vor allem in der Karwoche gegessen wurde.
Die besondere Form der Brezel will uns mitten im Alltag an das Kreuz Christi und seine Passion erinnern.

Deshalb möchte ich diese Tradition mit euch teilen. Am Gründonnerstag kannst du dir eine Brezel (natürlich verpackt) auf dem Bänkle vor unserem Haus in der Friedenstr.6 mitnehmen.

Liebe Grüße und eine hoffnungsvolle Osterzeit. Eure Susanne.


Erinnerungen von Ilse an die Kindheit in einer Bäckerei vor etwa 70 Jahren in Rutesheim:

In der Woche vor Ostern war bei uns in der Bäckerei sehr viel Trubel. Die Bauern aus dem Dorf kamen und brachten in Schüsseln ihr eigenes Mehl und Milch. Von der Bäckerei steuerten wir dazu noch Fett bei, stellten den Teig für die Brezeln her und bakten diese. Laugenbrezeln waren für alle etwas besonderes. Das konnte man sich im Alltag nicht so leisten. Die Bauern bezahlten für das Fett und das Backen der Brezeln.

Der Duft von Frischgebackenem lag in der Luft. Es bedeutete zusätzliche Arbeit und da war es selbstverständlich, dass jede freie Hand im Bäckerhaus mit anpackte. Es war eine besondere Zeit so kurz vor Ostern.

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